25 Jahre ZVSMM - Belastung ohne Ende (4)
Allergien, Ekzeme, Atemwegserkrankungen
In Schwabach und Rednitzhembach wurden 102 Kinder im Vorschulalter auf bestimmte Krankheitssymptome untersucht und Eltern befragt (Prof. Überla, IBE). Dabei zeigte sich eine deutliche erhöhte allergische Reaktion auf Birken- und Gräserpollen und eine erhöhte Zahl von atopischen Ekzemen (z.B. Neurodermitis). Die Elternbefragung ergab Hinweise auf eine erhöhte Medikamenteneinnahme, eine erhöhte Anfälligkeit für allergischen Schnupfen und atopischen Erkrankungen in der Familie. Außerdem wurde eine Auffälligkeit bei dem Bakterienbesatz im Rachenraum ermittelt.
Als diese Studien bekannt wurden, waren Behörden und Zweckverband sehr schnell dabei, ihre Aussagekraft zu verleugnen. Hauptargument war, dass das untersuchte Kollektiv zu klein und damit die Untersuchungsergebnisse nicht repräsentativ seien. Man beließ es dabei, anstatt diesen Verdachtsmomenten ernsthaft nachzugehen und den tatsächlichen Sachverhalt genau zu prüfen. Bis heute gab es keine systematischen epidimologischen Untersuchungen, die speziell für die Schwabacher Situation entwickelt wurden. Dabei muß zwischen Anwohnern und der Gesamtstadt differenziert werden.
Forderungen der BI Sondermüll
Die BI Sondermüll hat erreicht, dass ein Umweltausschuß gegründet wurde, der ein "Untersuchungsprogramm zu Erfassung der Umweltauswirkungen der Verbandsanlagen des ZVSMM" des Öko-Instituts fachlich begleiten soll. In diesem Untersuchungsprogramm werden parallel drei wesensverschiedene Ansätze bestritten: Chemische Analytik soll die Emissionen als potentielle Verursacher von Krankheitssymptomen so genau wie möglich beschreiben und die wesentlichen Stoffe für die weiteren Betrachtungen herausarbeien. Methoden des Biomonitoring sollen die Wirkungen von Luftschadstoffen auf Pflanzen und Tiere klären. Medizinisch-statistische Erhebungen der Toxikologie und Epidemilogie schließlich dienen dazu, gesundheitliche Auffälligkeiten aufzuspüren. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist keine der drei ober genannten Methoden für sich allein geeignet, Ergebnisse hoher Aussagekraft zu erbringen.
Unersuchungsprogramme zusammen mit dem Ökl-Institut
Diese drei unterschiedlichen Untersuchungsansätze ergeben ein Gesamtbild, das eine relativ zuverlässige Bewertung der Gesundheitsproblematik der Verbandsanlagen zuläßt. Wir fordern den ZVSMM deshalb auf, diesen Weg systematisch voranzutreiben. Es ist uns dabei wichtig, dass das Öko-Institut weiterhin an der Konzeption und Bewertung der Untersuchungen mitwirkt. Nur so sehen wir die Möglichkeit, zu einem Ergenbis zu kommen, dass für alle Seiten glaubhaft ist.
Einkapselung der Deponie
Wir wissen, dass die derzeitige Deponiesanierung unzureichent ist. Die Firma Richter (Augsburg) und die Firma Kunz (München) bieten unabhängig von einander ein System zur Einkapselung von Deponien an. Wir sind überzeugt davon, dass es mittelfristig möglich sein wird, nachträglich Sohledichtungen in Deponien einzubauen. Wird fordern, dieses Ziel ernsthaft zu verfolgen und zu diskutieren. Wir erwarten, dass der ZVSMM im Jahr 1992 eine qualifizierte, eventuell mehrtägige Expertenanhörung zu diesem Thema durchführt.
Stillegung der Anlagen in Schwabach
Wir halten aufgrund der Störfallproblematik und der bestehenden Altlasten die Stilllegung der Anlagen für notwendig. Eine Erweiterug bestehender Anlagen wird abgelehnt. Der ZVSMM wird aufgefordert, alles zu tun, um die Anlagen aus dem Wohngebiet zu entfernen.
Ausgleichsmaßnahmen
Ohne Zweifel wurde und wird die Umwelt in Schwabach durch die Verbandsanlagen geschädigt. Wir sind deshalb der Ansicht, dass der ZVSMM ökologische Ausgleichsmaßnahmen in Rednitzhembach und Schwabach betreiben muß
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