Die Schwabacher Sondermülldeponie (3)
Luftbelastung durch die Deponie
Über Schadstoffe, die die Deponie über Ausgasungen in die Luft verlassen, liegen nur wenige Daten vor. Vermutet werden können Aromatische Kohlenwasserstoffe(Benzol, Toluol, Xylole), FluorChlorhaltige Kohlenwasserstoffe, Leichtflüssige Halogenierte KohlenWasserstoffe, evt. Phosgen(Giftgas im I.Weltkrieg) und unbekannte Reaktionsprodukte. Ab 1987 begann der Zweckverband mit der Bodenluftabsaugung über Sickerwasserschächte und förderte seither über 6 t an LHKW zu Tage, die wiederum verbrannt(!) wurden.
Zusätzlich wurden später Bodenluftmeßpunkte eingerichtet, insbesondere zum Wohnbereich Vogelherd hin. Dies war auch dort besonders nötig, da angrenzend an den Bereich der früheren Einfahrt zum Zweckverband sehr hohe Konzentrationen an LHKW sowie Benzol, Toluol und Xylolen gemessen wurden.
Nun wird ab Juni 1990 mit der Abdeckung der Deponie begonnen u.z. mit einer Schicht aus 30 cm Schotter(eingelagert wird darin ein Gasdrainage-System und, auf Anregung des Ökoinstituts, Sampler zur Messung der Gaskonzentrationen), 60 cm Lehm(verdichtet), wieder 30 cm Schotter und 40 cm Humus.
Die Baumaßnahme wird bis Ende 1991 andauern. Danach soll die Abdichtungsschicht für 7 Jahre ruhen, um evt. Setzungen durch abgepumptes Sickerwasser abzuwarten. Nach dieser Zeit soll, nach Ausbesserungen der Lehmschicht, die gesamte Deponie großflächig mit einer Kunststoffabdichtung versehen werden.
Wie bereits in dieser kurzen Darlegung ersichtlich, verläuft die Sicherung der Deponie, von Sanierung kann bisher noch nicht gesprochen werden, über Auslagerung zumindest eines Teils der Umweltgifte ins Oberflächenwasser(Rednitz) bzw. über die Verbrennung in die (Atem)Luft(auch Dioxinneubildung!). Andere Probleme, wie vermehrter Gasaustritt nach Abdeckung durch den Boden, bleiben offen.
Wir haben daher das Institut für Umweltanalytik Bielefeld(IFUA) beauftragt, eine vorläufige Einschätzung des Sicherungskonzepts des Zweckverbands abzugeben.
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