Expertenhearing "Nachhaltige Lösungen (1)
Stellungnahme der Bürgerinitiative Sondermüll- 1994
Die BI Sondermüll Schwabach/Rednitzhembach freut sich eine ausgewogene Mischung von Experten aus Firmen, Ingenieurbüros, Fachbehörden, Kommunen und Bürgerinitiativen und ebenso eine Reihe von Gästen hier im Schwabacher Markgrafensaal begrüßen zu können.
Sie haben zum Teil eine lange Anreise aus anderen Bundesländern hinter sich und wundern sich sicher keine Vertreter bayerischen Behörden vorzufinden. Das bayerische Ministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, angefragt um ein Grußwort zu dieser Veranstaltung, betrachtet die SAD Schwabach als "erfolgreich und saniert und erwartet von dem Expertenhearing keine neuen Erkenntnisse". Es nimmt daher selbst nicht teil und hat sogar seine Fachbehörden in Land und Bezirk mitgeteilt, dass sie deren Teilnahme "aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für nicht zweckmäßig erachtet."
Dieser Maulkorb für bayerische Fachbehörden erstaunt uns umso mehr, als unserer BI nach der Erörterung des Explosionsunglück im Februar 1993 auf dem Gelände des ZVSMM vom Umweltausschuß des Bayerischen Landtages "Kooperations- und Kompromißfähigkeit" bestätigt wurde.

Desto mehr danken wir den Verantwortlichen des ZVSMM, dass sie durch die Bereitschaft zu einer Teilnahme das Hearing nicht nur in seiner jetzigen Form ermöglicht haben, sondern es auch aktiv unterstützen, z.B. durch das Angebot der Deponiebegehung und Bereitstellung ihrer Kantine heute mittag.
Dass dies ermöglicht wurde ist auch dem Umweltbeirat des ZVSMM zu verdanken, der das Hearing einstimmig unterstützt hat. In diesem bisher in der BRD wohl einmaligen beratenden Ausschuß des ZVSMM sitzen Betreiber, Behördenvertreter, Vertreter der Anliegergemeinden, der BI und des Frauenkreises Vogelherd, sowie Sachverständige unter Leitung eines unabhängigen Vorsitzenden zusammen, werden über Vorhaben des ZVSMM rechtzeitig informiert, hören Experten, streiten untereinander und finden meist einvernehmliche Kompromisse, mit denen sich leben läßt.

In diesem Umweltbeirat forderten die Vertreter der Anwohner seit nahezu zwei Jahren ein derartiges Hearing. Da wir jedoch bis zum Sommer 1993 stets nur ausweichende Antworten erhielten und der ZVSMM ein solches Hearing zu diesem Zeitpunkt für nicht sinnvoll erachtete, beschlossen wird die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Auf einem Wochenendseminar im Herbst 1993 erörterten wir zusammen mit G¨nther Dehoust vom befreundeten ÖKO-Institut Darmstadt, das wir mittlerweile als Gutachter der Verbandsanlage durchgesetzt hatten, die Strategie und entwarfen einen vorläfigen Programmablauf.

Dass die "Nachhaltigen Lösungen" in der heutigen Form durchgeführt werden können, verdanken wir vor allem den Herren Christian Hochfeld und Martin Schmied, beide stud.cant. für Technischen Umweltschutz an der TU Berlin, die die Kontakte zu den Referenten knüpften, Programm und Zeitablauf zusammenstellten, Programmankündigung mitentwarfen und vieles mehr und so insgesamt für eine hervorragende Vorbereitung der Tagung sorgten. Dafür unseren herzlichen Dank.
Große Hilfe erfuhren wir auch von unseren eigenen Kommunen, der Stadt Schwabach und der Gemeinde Rednitzhembach, als betroffene Standortgemeinden. Beide ließen es sich nicht nehmen, dem Ministerium zu trotzen und uns zu stärken und zu unterstützen, sowohl durch Wohlwollen, durch Grußworte als auch organisatorisch. Hierfür unseren Dank an Bürgermeister Schultheiß und Oberbürgermeister Reimann. Ebenso bedanken wir uns beim Umweltamt der Stadt SC, insbesondere Herrn Keller, der den Großteil der organisatorischen Arbeit vor Ort leistete und uns aus mancher Klemme half.
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